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Kampffisch Arten und Zuchtformen: Alles über Halfmoon und Co.

Den siamesischen Kampffisch gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Zuchtformen. Aber auch die Gattung Betta besitzt noch einige anderen Arten, die du im Aquarium halten kannst. In diesem Beitrag geht es um die anderen Kampffisch Arten und die Hochzuchtformen des Betta splendens.

Bunte Kampffische sind die Folge intensiver Zucht

Betta splendens und seine Zuchtformen

Der Betta splendens ist der häufigste Vertreter seiner Gattung im Aquarium. Die Tiere gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Zuchtformen. Bis heute ist nicht wirklich geklärt ob es sich bei den Hochzuchten wirklich um „reine“ Betta splendens handelt. Es ist wahrscheinlicher, dass die Tiere Hybridformen sind, durch die neue Merkmale herausgezüchtet wurden.

Nur selten findet man heutzutage noch die echte Wildform des Betta splendens. Dafür gibt es zahlreiche Zuchtformen, die sich vor allem durch die Flossen und ihre Farben unterscheiden.

Flossenformen Kampffisch

Die Flossenformen des Kampffisches werden dabei in unterschiedliche Gruppen eingeordnet. Zunächst findet die Zuordnung nach Spreizwinkel statt:

  • Overhalfmoon: Die Tiere verfügen über noch größere Flossen als der Halfmoon. Die Flossen besitzen bei Spreizung einen Winkel über 180 Grad und liegen somit über dem Winkel der Halfmoon Kampffische.
  • ´Halfmoon: Die Zuchtform Halfmoon hat lange Flossen, die bei Spreizung der Flossen einen Winkel von 180° ausformen und daher an einen Halbmond erinnern sollen. Mittlerweile sind die Hochzuchtformen wie der Halfmoon nicht mehr ganz so beliebt, da sie den Ruf haben, dass die Tiere irgendwann nicht mehr das Gewicht ihrer Flossen tragen können und so findet man immer weniger großflossige Tiere.
  • Superdelta: Die Schwanzflosse des Superdeltass erzeigt nicht den vollen Halbkreis wie beim Halfmoon Kampffisch. Mit einem Schwanzflossen-Winkel unter 180° werden somit die Fische als Superdelta bezeichnet.
  • Delta: Der Delta Kampffisch besitzt einen Schwanzflossen-Winkel unter 165 Grad. Nicht selten werden Delta und Superdelta Kampffische im Zoohandel auch als Halfmoon Fische verkauft.

Im nächsten Schritt kann die Flosse noch nach ihrem Typ unterschieden werden:

  • Plakat: Der Plakat entspricht am ehesten der Naturform des Betta splendens. Die Flossen sind eher kurz und die Fische haben weniger Probleme mit der Bewegung im Becken.
  • Veiltail: Übersetzt steht Veil für Schleierschwanz. Hierbei sind die Flossenhäute bis zum Flossenende ausgeprägt.
  • Doubletail: Der Doubletail besitzt, wie es der Name bereits andeutet, eine doppelte Flosse. Konkret bedeutet dies, dass die Flosse in der Regel zweigeteilt ist. Die Zuchtform Doubletail kann in Kombination mit anderen Flossenformen auftreten.
  • Crowntail: Beim Crowntail Kampffisch handelt es sich um eine Zuchtform bei der auf Flossenreduktion gezüchtet wird. Die Tiere haben noch ihre Flossenstrahlen, die Flossenhaut ist jedoch zurückgebildet, wodurch sich die „Crowntails“ bilden. Die Crowntail Variante kann ebenfalls in Kombinationen mit anderen Flossenformen entstehen.
  • Combtail: Beim Combtail handelt es sich um einen Crowntail bei dem nicht ganz so viel Flossenhaut zurückgebildet wurde. Dadurch sind in der Regel nur die Flossen Enden ohne Flossenhaut.
  • Spadetail: Der Spadetail Kampffisch besitzt eine spitzenförmige Flosse. Auch die Rückenflosse ist in spitz zulaufend.
  • Rosetail: Diese Zuchtform zielt auf eine Erhöhung der Flossenhaut ab. Dadurch wirkt die Schwanzflosse deutlich voller und soll an eine gefüllte Rose erinnern.

Daneben gibt es noch Zuchtformen die auf die Brustflossen abzielen:

  • Dumbo: Bei Dumbo Kampffischen liegt das Zuchtziel auf sehr großen Brustflossen. Diese sollen in ihrer Erscheinung an die Ohren des Elefantes Dumbo erinnern. Auch diese Tiere leiden mitunter an Beweglichkeitsproblemen.
  • Giant: Beim Giant handelt es sich um besonders große Tiere. Diese Tiere können in Kombination mit jeder anderen Flossen- und Farbvariante auftreten. Es gibt gezielte Züchtungen, die rein auf die Größe der Tiere abzielen.
Ein Halfmoon Kampffisch (Foto: Kyaw Tun, Unsplash)

Kampffisch Farben:

Neben der Flossenform unterscheiden sich auch die Farben des siamesischen Kampffisches. Mittlerweile gibt es die Tiere in jeder erdenklichen Farbe. Besonders beliebt sind dabei aktuell Fische mit besonders vielen Farben. Diese sind unter anderem als „Candy“ im Handel verfügbar. Welche Farben gibt es:

  • Transparent
  • Rot
  • Orange
  • Gelb
  • Weiß
  • Royalblau
  • Grün
  • Türkis
  • Stahlblau
  • Schwarz

Kampffisch Pigmentierung:

Daneben gibt es Pigmentierungen die spezielle Zuchtformen darstellen:

  • Piebold: Die Tiere besitzen nicht pigmentierte Stellen an ihrem Körper.
  • Lemon: Die Tiere besitzen ein transparentes gelb. Die Flossen sind durchsichtig.
  • Chocolate: Die Tiere haben eine orange, braune Grundfarbe. Die Flossen sind heller während der Körper dunkel erscheint.
  • Butterfly: Der Körper besitzt eine Grundfarbe, die Flossen laufen weiß aus. Es gibt eine klare Abgrenzung der Farben.
  • Dragon: In der Regel schwarze Abgrenzung zwischen den Körperflossen. Die Tiere sind häufig glänzend und haben eine weiße Grundfarbe, die nach außen in eine Farbe ausläuft (oft schwarz oder rot).
  • Mustard Gas: Die Tiere haben eine blaue grundfarbe, die Flossen laufen zunächst gelb aus und schließen blau ab.
  • Koi: Koi Kampffische sind mehrfarbig und besitzen gefleckte, klar abgegrenzte Schuppen.
  • Marble: Marble Kampffische ähneln zunächst den Koi’s. Allerdings sind die unterschiedlich gefärbten Schuppen nicht klar abgegrenzt und wirken teils verwaschen.
  • Copper: Kampffische dieses Typs besitzen einen kupfernden Schimmer auf ihrem sonst eher dunklen Körper.
  • Dalmatian: Zu Deutsch „Dalmatiner“, entsprechend sind die Tiere gepunktet und besitzten oftmals 2 unterschiedliche Farben, die gesprenkelt auf dem Körper und den Flossen der Tiere verfügbar sind.

Kampffisch Schuppen:

Zusätzlich gibt es noch die Schuppeneigenschaften, die in die folgenden drei Formen unterschieden werden kann:

  • Irisierend: Die Schuppen oder Teile der Schuppen verfügen über schimmernde Pigmente, die je nach Lichteinfall ihre Farben verändern.
  • Full Mask: Der gesamte Kopfbereich der Fische ist mit schimmernden Schuppen besetzt
  • Masked: Ein Teil des Kopfes ist mit schimmernden Schuppen besetzt.
  • No Mask: Der Kopfbereich besitzt keine schimmernden Schuppen. Das Gesicht erscheint in der Grundfarbe deines Bettas (in der Regel grau oder schwarz)

Andere Kampffisch Arten: Kampffisch Wildformen

Betta imbellis (Foto: Navin Rai, Unsplash)

Betta imbellis: Der friedliche Kampffisch

Der Betta imbellis ist ein klein bleibender, farbenfroher „Natur-Kampffisch“. Zwar findet man nur selten Tiere der Art im Zoofachgeschäft allerdings gibt es einige Privatzüchter. Die Tiere sollten im Artenbecken gehalten werden. Die Männchen von Betta imbellis haben eine dunkle Grundfarbe auf der sich blaue Schuppen befinden. Die Flossensäume sind rot. Die Flossen sind kurz, wodurch sich der Betta imbellis schnell im Becken bewegen kann. Je nach genauem Herkunftsgebiet unterscheidet sich die Färbung der Tiere. Mittlerweile gibt es aber auch einige Arthybriden.

Betta smaragdina: Der Smaragd-Kampffisch

Der Smaragd-Kampffisch ist nur selten im Handel verfügbar. Bei dieser Art besitzen sowohl das Männchen als auch das Weibchen irisierende smaragdgrüne Schuppen. Ansonsten verfügen auch diese Tiere über den typischen Wildbetta Aufbau in Form eines schlanken Körpers mit kurzen, runden Flossen. Auch diese Fische nur in Artbecken gepflegt werden. Die Tiere werden circa 7cm groß und sollten auf jedenfall in saurem Wasser mit einem PH Wert unter 7 gehalten werden.

Betta albimarginata: Der Weißsaumkampffisch

Der Weißsaumkampffisch ist ein bis zu 6cm groß werdender Fisch. Die Tiere sind sehr schlank und eher selten im Handel verfügbar. Die Tiere benötigen ein sehr dicht bepflanztes Aquarium und sollten auch in einem reinen Artbecken gehalten werden. Vom B. albimarginata gibt es nur sehr selten Tiere im Handel. Nicht selten sind das dann Wildfänge.

Kampffisch Arten Liste

Im folgenden findet ihr eine vollständige Auflistung der Arten der Gattung Betta nach ihren Formenkreisen (Quelle: Wikipedia):

Akarensis-Formenkreis

  • B. akarensis Regan, 1910
  • B. antonii Tan & Ng, 2006
  • B. aurigans Tam & Lim, 2004
  • B. balunga Herre, 1940
  • B. chini Ng, 1993
  • B. ibanorum Tan & Ng, 2004
  • B. pinguis Tan & Kottelat, 1998
  • B. obscura Tan & Ng, 2005

Albimarginata-Formenkreis

  • B. albimarginata Kottelat & Ng, 1994
  • B. channoides Kottelat & Ng, 1994

Anabantoides-Formenkreis

  • B. anabatoides Bleeker, 1851
  • Bellica-Formenkreis
  • B. bellica Sauvage, 1884
  • B. simorum Tan & Ng, 1996

Coccina-Formenkreis

  • B. brownorum Witte & Schmidt, 1992
  • B. burdigala Kottelat & Ng, 1994
  • B. coccina Vierke, 1979
  • B. hendra Schindler & Linke, 2013
  • B. livida Ng & Kottelat, 1992
  • B. miniopinna Tan & Tan, 1994
  • B. persephone Schaller, 1986
  • B. rutilans Witte & Kottelat, 1991
  • B. tussyae Schaller, 1985
  • B. uberis Tan & Ng, 2006

Dimidiata-Formenkreis

  • B. dimidiata Roberts, 1989
  • B. krataios Tan & Ng, 2006

Edithae-Formenkreis

  • B. edithae
  • B. edithae Vierke, 1984
  • Foerschi-Formenkreis
  • B. dennisyongi Tan, 2013
  • B. foerschi Vierke, 1979
  • B. strohi Schaller & Kottelat, 1989
  • B. mandor Tan & Ng, 2006
  • B. rubra Perugia, 1893

Picta-Formenkreis

  • B. simplex
  • B. falx Tan & Kottelat 1998
  • B. picta Valenciennes, 1846
  • B. trifasciata Bleeker, 1850
  • B. simplex Kottelat, 1994
  • B. taeniata Regan, 1910

Pugnax-Formenkreis

  • B. enisae
  • B. apollon Schindler & Schmidt, 2006
  • B. breviobesus Tan & Kottelat, 1998
  • B. cracens Tan & Ng, 2005
  • B. enisae Kottelat, 1995
  • B. ferox Schindler & Schmidt, 2006
  • B. fusca Regan, 1910
  • B. lehi Tan & Ng, 2005
  • B. pallida Schindler & Schmidt, 2004
  • B. prima Kottelat, 1994
  • B. pugnax Cantor, 1849
  • B. pulchra Tan & Tan, 1996
  • B. schalleri Kottelat & Ng, 1994
  • B. stigmosa Tan & Ng, 2005
  • B. raja Tan & Ng, 2005

Splendens-Formenkreis

  • B. imbellis Ladiges, 1975
  • B. mahachaiensis Kowasupat et al., 2012
  • B. siamorientalis Kowasupat et al., 2012
  • B. smaragdina Ladiges, 1972
  • B. splendens Regan, 1910
  • B. stiktos Tan & Ng, 2005

Unimaculata-Formenkreis

  • B. compuncta Tan & Ng, 2006
  • B. gladiator Tan & Ng, 2005
  • B. ideii Tan & Ng, 2006
  • B. macrostoma Regan, 1910
  • B. ocellata de Beaufort, 1933
  • B. pallifina Tan & Ng, 2005
  • B. patoti Weber & de Beaufort, 1922
  • B. unimaculata Popta, 1905

Waseri-Formenkreis

  • B. pi
  • B. chloropharynx Kottelat & Ng, 1994
  • B. hipposideros Ng & Kottelat, 1994
  • B. omega Tan & Bin Ahmad, 2018
  • B. pi Tan, 1998
  • B. renata Tan, 1998
  • B. spilotogena Ng & Kottelat, 1994
  • B. tomi Ng & Kottelat, 1994
  • B. waseri Krummenacher, 1986

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Dieser Text ist Teil des Ratgebers rund um Kampffische im Nano-Aquarium.
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