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Kampffisch im Nano Aquarium: Haltung und Pflege von Betta splendens

Der siamesische Kampffisch gehört zu den bekanntesten Aquarienfischen. Mit seiner Größe von 5 bis 7cm ist der Kampffisch definitiv kein Minifisch, sondern gehört eher zu den mittelgroßen Aquarienfischen. Ursprünglich stammt der siamesische Kampffisch aus Thailand. Heutzutage kommen die Fische auch an anderen Orten der Welt vor, wie beispielsweise in Australien, wo sie mittlerweile als invasive Spezies gelten.

Der Kampffisch im Kurzprofil
Geschlechtsunterschiede beim siamesischen Kampffisch
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kampffisches
Wie groß werden Kampffische? 
Wie alt wird der Kampffisch Betta splendens?
Alter eines Kampffisches bestimmen? 
Wie füttert man Kampffische?
Lebendfutter für Kampffische
Frostfutter für Kampffische
Trockenfutter für Kampffische
Wie füttert man Kampffische richtig? 
Wie oft soll man Kampffische füttern?
Wie viel Lebendfutter soll man einem Kampffisch füttern? 
Wie teuer ist die Fütterung eines Kampffisches? 
Wie hält man Kampffische im Aquarium?
Wie groß muss das Becken für Kampffische sein? 
Kann man Kampffische im Gesellschaftsbecken halten? 
Kann man Kampffische und Garnelen zusammen halten? 
Wie züchtet man Kampffische nach?

Betta splendens ist ein beliebter Fisch in der Nano Aquaristik
Ein Halfmoon Kampffisch

Der Kampffisch im Kurzprofil

Name (deutsch): Siamesischer Kampffisch, Betta 
Name (latein):
Betta splendens
Größe: 5-7cm
Herkunft: Thailand, heute aber auch in anderen Teilen der Welt vorkommend
Temperatur: 24-30° Celsius 
GH: 5-15° dGH
pH: 6.0-8.5

Auch heute stammen die meisten Tiere im Zoohandel aus Südostasien, wobei sich die Zuchtfarmen nicht mehr nur in Thailand befinden. Die Fische verfügen über ein starkes Revierverhalten. Dadurch eignet sich der siamesische Kampffisch nicht wirklich für Gesellschaftsbecken. Andere Fische können als Konkurrenz wahrgenommen und getötet werden. 

Durch dieses Revierverhalten wurde der Kampffisch für Fischkämpfe in Thailand benutzt. Dadurch erhielt er auch seinen Namen. Bei einem Fischkampf treten zwei männliche Kampffische gegeneinander an. Die Männchen kämpfen dabei so lange gegeneinander bis ein Tier stirbt. Der Kampffisch kommt mittlerweile in den unterschiedlichsten Formen und Farben vor. Eine Auflistung der Zuchtformen gibt es weiter unten.  

Geschlechtsunterschiede beim siamesischen Kampffisch

Die Geschlechter lassen sich in der Regel bei einer Größe um 4cm bestimmen. Dabei lässt sich das Männchen durch die Spitze Bauchflosse vom Weibchen unterscheiden. Zusätzlich verfügt das Weibchen an der Afterflosse über eine sogenannte Laichpapille, die wie ein weißer Fleck aussieht.

Bei der Aufzucht junger Betta splendens ergibt sich allerdings ein Problem. Da die Tiere ein ausgeprägtes Revierverhalten haben, entwickelt sich zunächst nur ein dominantes (und damit ausgeprägtes) Männchen. Andere, unterlegene Männchen zeigen zunächst die äußeren Merkmale der Weibchen und erst nach der Entfernung des überlegenen Männchens, zeigen auch sie die männlichen Geschlechtszeichen wie die spitze Bauchflosse.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kampffisches

Liest man im Internet darüber, wie Kampffische in ihrem natürlichen Lebensraum leben, findet man die unterschiedlichsten Informationen. Weit verbreitet ist vor allem die Annahme, das die Tiere in Pfützen oder ähnlich kleinen Wasservorkommen leben oder das die Tiere nur während der Regenzeit viel Wasser zur Verfügung haben. Nach einiger Recherche scheint diese Annahme allerdings falsch zu sein. 

Reisfeld Photo by Boudewijn Huysmans on Unsplash
Natürliches Verbreitungsgebiet von Betta splendens

Das natürliche Habitat des siamesischen Kampffisches, Betta splendens, sind vor allem Reisfelder und andere strömungsarme Gewässer. Die Tiere leben in dicht bewachsenen Gewässern, die in ihrer Größe und Höhe variieren. Was beim natürlichen Lebensraum des Kampffisches vergessen wird ist, dass die Tiere revierbildend sind. Dementsprechend beanspruchen die Männchen in der Regel nur einen bestimmten Bereich innerhalb ihres Lebensraumes, den sie nicht wirklich verlassen. 

Wie groß werden Kampffische? 

Die Größe der Kampffische wird vor allem durch die entsprechende Zuchtform beeinflusst. Die Länge der Fische bewegt sich dabei in einem Rahmen zwischen 5 bis 7 Zentimetern. Während es Varianten gibt, die nur über kurze Schwanzflossen verfügen, gibt es auch Züchtungen, die Schwanzflossen besitzen, die länger als der Körper sind. Die Weibchen haben in der Regel keine speziellen Flossenformen, auch wenn sie beispielsweise die Gene für Halfmoon Flossen haben.  

Wie alt wird der Kampffisch, Betta splendens?

Kampffische können ein Alter von bis zu 4 Jahren erreichen. Die Tiere die in den Handel gelangen, haben oftmals ein Alter um 6 Monate und sind somit noch nicht ausgewachsen. Häufig wird das Alter durch drei Faktoren entschieden: 

  1. Die Haltung der Tiere vor dem Verkauf.
  2. Die Haltung der Tiere beim Besitzer.
  3. Krankheiten die beim Betta splendens auftreten können. 

Der Transport und die Zwischenhaltung im Zoofachhandel können viel Stress auf die Tiere ausüben. Im Handel werden die Tiere oftmals in irgendwelche Becken mit anderen Tieren zusammengehalten, oder sie sehen dauerhaft andere Männchen, was großen Stress ausübt. Die Haltung innerhalb der meisten Geschäfte lässt einige Wünsche an die richtige Haltung übrig. Es fehlen oftmals Pflanzen, die Strömung ist zu stark oder es wird gar nicht gefiltert. 

Kampffische zwischen dichtem Pflanzenbewuchs

Alter eines Kampffisches bestimmen? 

Eine genaue Bestimmung des Alters eines Kampffisches ist oftmals nicht möglich. Vor allem die Größe kann ein Indiz für das Alter sein, jedoch wird das Wachstum in der Regel irgendwann eingestellt, wodurch man dann nur noch sagen kann, dass der Fisch vermutlich ausgewachsen ist. Natürlich kann auch ein Betta splendens Alterserscheinungen zeigen. Diese können beispielsweise ausgefranste Flossen oder langsam trübende Augen sein. Allerdings lässt sich mit diesen Anzeichen nie das genaue Alter des Fisches bestimmen. 

Wie füttert man Kampffische?

Lebendfutter für Kampffische:

Kampffische fütterst du am Besten mit Lebendfutter. Dieses fördert das natürliche Jagdverhalten der Tiere und in der Regel wird nicht alles sofort gefressen, wodurch der Fisch sich auch später noch Futter im Becken suchen kann. Zur Fütterung eignen sich die im Zoofachhandel angebotenen Lebendfuttersorten bestens. Dazu gehören: 

  • Rote Mückenlarven
  • Weiße Mückenlarven 
  • Daphnien/Wasserflöhe
  • Artemia (für Jungfische)
  • Cyclops (lebend für Jungfische, gefrostet auch für adulte Tiere)
  • Futtergarnelen
  • Kleine Insekten wie Drosophilia (Fruchtfliegen) oder Micro-Heimchen 

Frostfutter für Kampffische:

In der Regel lassen sich Kampffische auch mit Frostfutter füttern, welches in den selben Sorten wie das Lebendfutter angeboten wird. Frostfutter regt das Jagdverhalten der Fische nicht an und ist mitunter auch nicht so nährstoffreich wie Lebendfutter. 

Trockenfutter für Kampffische

Kampffische können zeitweise auch mit Trockenfutter gefüttert werden. Zeitweise heißt, dass von einer dauerhaften Fütterung mit Trockenfutter abgesehen werden sollte. Diese entspricht nicht den Ernährungsgewohnheiten des Betta splendens. So bestehen die meisten Trockenfutter aus großen Anteilen an Fischproteinen, Farbstoffen und in der Regel „sinnlosen“ Füllmitteln wie Fischnebenerzeugnisse und Getreide die für die Fische keinen Sinn erfüllen.  

Im Handel finden sich entsprechende Trockenfutter Angebote für Kampffische, die sowohl vom Hersteller als auch von den Verkäufern gerne als Hauptfuttermittel für Betta splendens angeboten werden. Auch bei der Suche nach „Ernährungstipps für Kampffische“ findet sich auf den unterschiedlichsten Webseiten Werbung für entsprechendes Trockenfutter. 

Ob sich die entsprechenden Personen mit der optimalen Ernährung des Kampffisches auseinandergesetzt haben, bleibt dabei aber fraglich, denn in keinem Fall eignet sich Trockenfutter als Hauptfutter.

Kampffisch in den Wurzeln von Bolbitis heudelotiii
Kampffisch bei der Fütterung mit Trockenfutter

Wie füttert man Kampffische richtig? 

Willst du deinen Kampffisch gut ernähren, so ist es wichtig, ihn möglichst abwechslungsreich zu füttern. Dies bedeutet, dass die entsprechenden Lebend- und Frostfutterarten untereinander abwechselnd gefüttert werden sollten. 

Mein Kampffisch wird abwechselnd mit lebenden, weißen und roten Mückenlarven, Daphnien und teils Insekten gefüttert. Die Fütterung mit Insekten passiert dann, wenn sich über Umwege eine Mücke oder kleine Spinne in das Becken verirrt. 

An Frostfutter wird eigentlich nur Cyclops angenommen. Dieses kann man, sobald es aufgetaut ist, gut mit einer Pipette in kleine Kugeln portionieren, die dann häufig im Ganzen gefressen werden. 

Zwar besitze ich auch Trockenfutter, verzichte aber in der Regel auf das Verfüttern. 

Wie oft soll man Kampffische füttern?

Kampffische können jeden Tag gefüttert werden. Einen Tag „Futterpause“ in der Woche schadet den Tieren nicht. Ein Überfüttern, von welchem man oft auf anderen Seiten liest, kann bei bedachter Fütterung mit Lebendfutter nicht passieren. Hat der Fisch gefressen, lässt er überschüssiges Futter am leben und frisst es zu einem späteren Zeitpunkt. 

Wie viel Lebendfutter soll man einem Kampffisch füttern? 

Mein Lebendfutter wird in Schraubgläsern aufbewahrt. Zur Fütterung nehme ich einen Esslöffel und fische mir so einen Löffel Mückenlarven oder Daphnien ab. Pro Fütterung werden so schätzungsweise 5-10 Mückenlarven in das Becken gegeben. 

Weiße Mückenlarven sind gutes Lebendfutter für Kampffische
Weiße Mückenlarven sind gutes Lebendfutter für Kampffische

Bei den Wasserflöhen sind es in der Regel weniger Tiere, da diese ein größeres Volumen haben und auch weniger Nährstoffe beinhalten. 

Wie teuer ist die Fütterung eines Kampffisches? 

Die Haltung eines Kampffisches ist durch die spezielleren Nahrungsgewohnheiten teurer als die von z.B Guppys. Dennoch halten sich die Kosten zur Fütterung eines Kampffisches in Grenzen. Lebendfutter kostet im Zoohandel häufig unter einem Euro die Portion. In gut sortierten Läden bekommst du das Futter sogar unverpackt abgewogen und kannst so selbst die Mengen bestimmen die du benötigst. Gängige Preise für weiße und rote Mückenlarven sind 60 Cent und für Daphnien, die häufig in größeren Verpackungseinheiten verkauft werden um die 90 Cent. 

Lebendfutter hat den Vorteil das man es zum einen selbst sammeln kann, indem man beispielsweise in Teichen nach Mückenlarven fischt oder es auch selbst züchten kann. Es ist dazu die natürlichste Art einen Kampffisch zu ernähren. 

Frostfutter wird in Blistern verkauft. Hier finden sich immer mehrere Verpackungseinheiten pro Blister, die ich häufig nie ganz verfüttere. 

Die monatlichen Kosten zur Fütterung eines Kampffisches belaufen sich auf circa 5 Euro bei der Lebendfütterung. 

fertig eingerichtetes Nano Aquarium
Ein frisch eingerichtetes Nano Aquarium für einen Kampffisch

Wie hält man Kampffische im Aquarium? 

Kampffische sind recht einfach zu haltende Fische, wenn man bestimmte Regeln der Haltung beachtet. Darauf solltest du achten:

  1. Kampffische müssen einzeln gehalten werden.
  2. Das Becken muss stark bepflanzt sein.
  3. Das Becken muss strömungsarm sein. 

Wie groß muss das Becken für Kampffische sein? 

Die Frage nach der Größe eines Beckens für Betta splendens lässt sich nicht so einfach beantworten. Durch das Revierverhalten, welches die Fische haben kann man sagen, dass Kampffische auch in kleinen Becken gehalten werden können. Generell empfehle ich die Haltung ab 20 Litern. Hier gilt aber auch, dass ein gut strukturiertes und bepflanztes, kleines Aquarium ab 20 Litern für den Fisch deutlich besser ist als ein großes 50 Liter Becken, welches nicht an die Bedürfnisse der Tiere angepasst ist. 

Nachdem die Tierrechtsorganisation PETA im Jahr 2019 nach eigenen Recherchen Tierquälerei im Bereich der Kampffischzucht aufgedeckt haben, wurde im Artikel zu dem Thema eine Empfehlung von 9,5 Litern pro Fisch gegeben. Woher diese Empfehlung kommt, ist allerdings nicht ersichtlich. Generell spricht sich Peta für ein generelles Verbot der Haltung aus.

„Kampffische sind lebhafte, komplexe Tiere mit eigenen Bedürfnissen. Für ein gesundes Leben braucht jeder Fisch mindestens 9,5 Liter frisches, gefiltertes und fließendes Wasser.“

Peta, 29.02.2020: https://www.peta.de/handel-kampffische

Betta splendens sollten in Becken ab mindestens 20 Litern in Einzelhaltung gehalten werden. Das Becken sollte über viele Pflanzen verfügen und Rückzugsmöglichkeiten in Form von Wurzel und Steinaufbauten anbieten. So fühlen sich die Fische am wohlsten. 

Kann man Kampffische im Gesellschaftsbecken halten? 

Nein, Kampffische sollten nicht in einem Gesellschaftsaquarium gehalten werden. Zum einen können andere Fische angegriffen werden und zum anderen sind die meisten Gesellschaftsbecken nicht auf die Bedürfnisse von Kampffischen ausgerichtet. 

Kann man Kampffische und Garnelen zusammen halten? 

Je nachdem wie dein Kampffisch drauf ist und wie du ihn fütterst, kann es passieren, dass Garnelen in dem Becken angegriffen, getötet und gefressen werden. Zeitgleich habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Garnelen größtenteils in Ruhe gelassen werden, solange ich den Fisch ausreichend mit Lebendfutter versorge. Durch das Jagen der Beute scheint das Interesse an den Garnelen zu sinken. Zeitgleich werden trotzdem ab und zu auch mal Garnelen getötet. Bei vermehrungsfreudigen Arten wie der Red Fire Garnele ist das in der Regel für den Stamm nicht so dramatisch, da diese sich sehr schnell vermehren. 

Wie züchtet man Kampffische nach? 

Zur Zucht von Kampffischen sollten die Tiere in ein separates Zuchtbecken gegeben werden. Bewährt hat sich hier ein stark bepflanztes, gefiltertes Becken ohne Bodengrund. Zunächst sollten die Tiere nur Sichtkontakt zueinander haben und viel gefüttert werden.

Nach einigen Tagen kannst du das Weibchen in das Becken des Männchens setzen. Zur Balz wird das Weibchen vom Männchen gejagt, daher sollten ausreichend Versteckmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Schwimmpflanzen erleichtern dem Männchen den Bau des Schaumnestes. Das Weibchen legt Eier ab, die vom Männchen aufgesammelt werden, daher ist es empfehlenswert auf den Bodengrund zu verzichten, da das Männchen herunterfallende Eier besser finden kann.

Nach dem Ablaichen sollte das Weibchen aus dem Zuchtbecken entfernt werden. Das Männchen übernimmt die Aufzucht der Eier, bis die Jungtiere nach drei Tagen zu schlüpfen beginnen und damit beginnen im Becken frei zu schwimmen. Nun können die Jungfische mit feinem Lebendfutter wie Artemianaupilen gefüttert werden. Sobald die Fische Anzeichen von Rivalität gegeneinander zeigen, sollten die Jungfische separiert werden.