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Wurzeln im Nano Aquarium: Alle Infos zu Wurzeln im Aquarium

Holz ist das zweite wichtige Dekorationselement im Aquarium. Holz bedeutet im Aquarium in der Regel Wurzeln und Treibholz. Wurzeln werden vor allem durch ihre Dichte unterschieden. So gibt es Hölzer, die eine geringe Dichte aufweisen und somit in der Regel zunächst im Wasser nicht untergehen. Diese Wurzeln müssen dann wahlweise vorgewässert werden oder man versucht die Wurzel mit Steinen vor dem Auftreiben zu schützen. 

Malaysisches Driftwood 
Spiderwood
Mopani-Holz
Mangrovenwurzel
Wurzel treibt auf, was tun? 
Soll man Wurzel mit Steinen befestigen 
Wie kann man Wurzel vorwässern?
Kann man Wurzel festkleben
Kann man im Aquarium normalen Silikon verwenden? 
Trocknet Aquariensilikon unter Wasser? 

Nano Aquarium mit LED Beleuchtung mit Acrylständern
Bepflanzte Wurzel im Nano Aquarium

Malaysisches Driftwood 

  • Andere Namen: Ebony, Blackwood
  • Wissenschaftlicher Name: Diospyros Ebonasea
  • Herkunft: Malaysia (Waldgebiete)
  • Wasserwerte: Die Wasserwerte werden verändert

Driftwood kommt aus Malaysia und stammt von einem Baum der wissenschaftlich Diospyros ebonasea heißt. Malaysisches Schwarzholz ist im Wald von Malaysia beheimatet. Andere Arten der Gattung Diospyros sind auf der ganzen Welt zu finden, haben aber unterschiedliche Eigenschaften. Afrikanisches Schwarzholz, eine ähnliche Art innerhalb der Ebenhölzer, ist ein spröderes Holz, das dem malaysischen Schwarzholz ähnlich sieht und sich auch ähnlich anfühlt. Das Malaysische Driftwood besitzt eine hohe Dichte und hat ein sehr dunkles Holz, welches in verschiedenen Industriezweigen genutzt wird. Das Holz kommt auch unter dem Namen Ebony Wood oder Malaysisches Blackwood in den Handel. 

Das Holz überzeugt im Aquarium durch seine Dichte, seine dunkle Erscheinung und dem langsamen Verfall des Holzes. Im Handel findet man meistens Wurzeln oder Stumpfstücke vom Baum. Die dunkle Farbe der Ebenholzbäume hebt sie von anderen ab, wodurch man sie in der Regel gut identifizieren kann. Größe und Formen variieren je nach gekauftem Exemplar. Die meisten im Handel angebotenen Wurzeln sind Driftwood, also Treibhölzer.

Malaysisches Driftwood kann einen starken Einfluss auf die Wasserwerte haben. Das dunkle Holz gibt Tanine an das Aquarienwasser ab. Dadurch nimmt das Wasser eine braune Färbung an und gleichzeitig wird der PH-Wert und die Härte gesenkt. 

Spiderwood

  • Andere Namen: Azalee-Wurzeln, Rhododendron-Wurzeln, Indisches Spiderwood, Rotes Spiderwood
  • Wissenschaftlicher Name: Rhododendron spec.
  • Herkunft: weltweit, Exporte meist aus Nordamerika und Asien
  • Wasserwerte: Die Wasserwerte werden leicht verändert
Spiderwood Wurzel in Hand

Spiderwood ist ein Weichholz, da es während seiner Lebenszeit immergrün ist. Die Rhododendron Pflanzen aus denen Spiderwood für die Aquaristik hergestellt wird, sind schnellwachsend und das Holz wird auch unter dem Namen Rhododendron-Wurzel, rotes Spiderwood oder indisches Spiderwood verkauft. Die Pflanze wächst nicht nach einem bestimmten Muster, wodurch die verrücktesten Formationen entstehen. Die Äste sind ineinander gedreht und wachsen in die unterschiedlichsten Richtungen. Die Farbe vom Spiderwood geht vom roten bis ins braune. Je nach Art gibt es verschiedene Farbnuancen. 

Die im Handel erhältlichen Holzstücke sind in ihrer Größe variabel und können auch mehrere Meter groß sein. Das Holz ist sehr leicht wodurch auch hier Lösungen gefunden werden müssen, die das Auftreiben verhindern. Rhododendron wächst weltweit, die im Handel erhältlichen Spiderwoods sind in der Regel aber aus Nordamerika und Asien. Durch das geringe Gewicht und der damit verbundenen geringen Dichte des Holzes gibt es im Vergleich zum Driftwood nur wenige Tanine ans Wasser ab und verändert die Wasserwerte dadurch auch nur gering. 

Mopani-Holz

  • Andere Namen: Knorriges Driftwood
  • Wissenschaftlicher Name: Colophospermum mopane
  • Herkunft: Südafrika
  • Wasserwerte: Die Wasserwerte werden leicht verändert
Mopani Wurzel

Mopani-Holz ist eine beliebte Holzart, die aus Südafrikas stammt. Das Holz wird von einem Baum geerntet, der wissenschaftlich bekannt ist als Colophospermum mopane. Mopani-Holz ist Hartholz, da es von einem Laubbaum stammt, der seine Blätter verliert. Der Baum wächst langsam, was zu einem Holz führt, das dichter und langlebiger ist als viele andere Holzarten.

Das harte Holz schützt den Baum vor Termiten. Mopani-Holz kommt im Handel in den unterschiedlichsten Formen und Größen vor und variiert in seiner Farbe von braun bis dunkelbraun, wobei in der Regel eine Seite heller ist als die andere. In der Regel geht Mopani-Holz direkt unter und muss nicht zusätzlich beschwert werden.

Mopani-Holz stammt aus den Graslandebenen Südafrikas. Das Habitat ist in der Regel trocken und wüstenartig. Lange Dürreperioden versetzen die Mopani-Bäume in einen Ruhezustand bei dem zwischen Blüte- und Winterruhephase gewechselt wird. Dies verlangsamt das Wachstum der Bäume und ermöglicht ihnen, mit jedem Zyklus härter und dichter zu werden.

Im Aquarium gibt Mopani-Holz geringe Mengen an Taninen ab. Zusätzlich können durch Mopani Wurzeln Schadstoffe an das Wasser abgegeben werden, worduch sie sich nicht für Becken mit Zwerggarnelen und besonders empfindlichen Fischen eignen. Bisher ist nicht wirklich geklärt, wodurch die Schadstoffe ins bzw. ans Holz gelangen. Vermutet wurde die Abholzung der Bäume in Regionen, die Schadstoffbelastet sind oder alternativ die Verwendung eines belasteten Strahlungsmittel, da die Wurzeln in der Regel gesandstrahlt werden.  

Mangrovenwurzel

  • Andere Namen: Nicht bekannt
  • Wissenschaftlicher Name: z.B Aegiceras sp., Aegialitis sp. und Avicennia sp.
  • Herkunft: Afrika und Asien
  • PH: der PH wird verändert
Mangrovenwurzel

Mittlerweile erhält man kaum noch Mangrovenwurzeln in der Aquaristik. Das einst beliebte Holz ist heute durch Umwelteinflüsse und Veränderungen im natürlichen Lebensraum kein Exportschlager mehr. Mangroven wachsen an Flussarmen und Gezeitenbereichen. 

Die Pflanzen sind an das Leben in salzhaltigem Wasser angepasst und haben besondere Fortpflanzungsmechanismen entwickelt. Die Früchte treiben im Wasser, bis sie zu Stecklingen werden, die sich relativ schnell in den seichteren Wassergebieten niederlassen. Heute werden vielerorts wieder Mangrovenwälder angepflanzt, da sie ein natürliches Schutzschild für Meeresnahe Tropenregion bilden. 

Das Holz ist sehr schwer und dicht und gibt wie Driftwood ebenfalls Tanine und Huminstoffe an das Wasser ab. Dadurch kann sich das Wasser braun verfärben. Im Handel erhält man, sofern man welche findet, die Wurzeln in den unterschiedlichsten Größen. 

Wurzel treibt auf, was tun? 

Das eine neugekaufte Aquarienwurzel im Becken auftreibt ist relativ normal. Häufig wurden die Wurzeln über einen langen Zeitraum trocken gelagert und haben dadurch kaum, keine oder nur wenige Wassereinlagerungen. Die Folge ist, dass die Wurzeln im Aquarium auftreiben. Im Grunde gibt es dagegen kein sofortiges Hilfsmittel, da man den Prozess nicht wirklich beschleunigen kann. 

Auch ein auskochen der Wurzel führt in der Regel nicht zum Erfolg und spült wichtige Tanine aus der Wurzel aus.

Soll man Wurzeln mit Steinen befestigen?

Was helfen kann ist, dass man an der Wurzel einen Stein befestigt und sie so unter Wasser hält. Dies klappt im Nano Aquarium ganz gut, da man häufig nur kleine Wurzeln benutzt, wird aber schwieriger, sobald die Aquarien und auch die Wurzeln größer werden. 

Wie man den Stein an der Wurzel befestigt, ist von den verfügbaren Steinen und Befestigungsmaterialien abhängig. Am Besten eignet sich Baumwollfaden, Aquariensilikon oder die Watte-Sekundenkleber Kombination um eine trockene Wurzel mit dem Stein zu verbinden. Sofern man Schieferplatten zur Verfügung hat, kann man diese auch mit einem Steinbohrer durchbohren und die Wurzel mit der Platte über eine Schraube verbinden. Sofern die Schraube nicht rostfrei ist, sollte man bedenken, dass diese Konstruktion nur von begrenzter Dauer sein kann. Zusätzlich zum festkleben an Steinen, kann man die Wurzel natürlich auch von oben beschweren oder sie irgendwie in den Steinen im Nano Aquarium verkeilen und sie so vor dem Auftreiben schützen.

Wie kann man Wurzeln vorwässern?

Will man die Wurzel nicht sofort einsetzen oder verhindern, dass die Wurzel übermäßig stark ausfärbt, hilft häufig nur das wässern der Wurzel. Hier reinigt ihr zunächst die Wurzel mit eine Bürste und gebt sie anschließend in ein der Wurzelgröße entsprechendes Gefäß, welches ihr mit Wasser befüllt. 

Die Wurzel saugt sich nun mit Wasser voll und treibt nach einigen Tagen oder Wochen nicht mehr auf. Wer die Wurzel wegen der Tanine und Harnstoffe wässern möchte, sollte regelmäßig das Wasser im Gefäß wechseln um so einen größtmöglichen Teil der Stoffe rauszufiltern. 

Kann man Wurzeln festkleben?

Will man die Wurzel weder vorwässern oder mit Steinen verbinden, so bleibt noch die Möglichkeit, die Wurzel mit Aquariensilikon festzukleben. Dieser Schritt funktioniert vor allem dann gut, wenn ihr das Becken komplett neu aufsetzt und die Wurzel beispielsweise direkt am Boden des Aquariums festklebt. 

Kann man im Aquarium normalen Silikon verwenden? 

Im Aquarium kann man normales Silikon aus dem Baumarkt verwenden, wenn es frei von Fungiziden ist und es lebensmittelecht ist. Die meisten normale im Handel verfügbaren Silikone erfüllen diese Anforderungen nicht und eignen sich daher nicht für die Verwendung im Aquarium. 

Trocknet Aquariensilikon unter Wasser? 

Generell sollte man die Produkthinweise beachten. In der Regel wird dort von einer Austrocknungszeit von mehreren Stunden (12-18 Stunden) gesprochen. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass der Silikon scheinbar auch mit kürzeren Trocknungsphasen auskommt und dann auch unter Wasser noch entsprechend fest wird. Eine komplette Anwendung unter Wasser mit entsprechender Beanspruchung (z.B festkleben von Wurzeln oder Anbringung eines Hamburger Mattenfilters) empfehle ich nicht. Der Silikon sollte schon ein paar Stunden (3-5 Stunden) vor Beanspruchung austrocknen.