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Nano Aquarium Bodengrund: Infos, Arten und Aufbau im Aquarium

Der Bodengrund im Nano Aquarium ist von sehr wichtiger Bedeutung. Während er zum einen als Substrat für eure Pflanzen dient, ist der Bodengrund in eurem Aquarium der größte und wichtigste biologische Filter für euer Nano-Aquarium. 

Da dem Bodengrund eine derart wichtige Rolle im Aquarium zugetragen wird, ist es wichtig sich über einen richtigen Aufbau des Bodengrundes zu informieren. Wie bereits bei dem Bodenfilter im Nano Aquarium beschrieben, lässt sich die Filterwirkung des Bodengrundes durch einen entsprechenden Bodenfilter noch verstärken. 

Bodengrund gibt es in jeder erdenklichen Form im Handel zu kaufen. Ob als Sand, Kies, Granulat oder Soil – jeder dieser Bodengrundarten hat ihre Daseinsberechtigung im Bereich der Nano Aquaristik. 

Wie bereits erwähnt kommt es bei der Bodengrundauswahl darauf an, welche Tiere und Pflanzen du pflegen willst. Willst du beispielsweise einen Bodengrundaufbau mit Anubias als Bodendecker realisieren, kann man den Bodengrund auch aus Lavagestein realisieren, während dieser Aufbau mit vielen anderen Pflanzen nicht funktionieren würde.  

Im folgenden Teil werde ich auf unterschiedliche Bodengründe eingehen und sie dir näher erklären.

Welchen Bodengrund für das Nano Aquarium?
Lavagestein oder Lavagranulat
Aquariensand 
Aquarienkies
Wie Aquarienkies waschen? 
Wie Aquarienkies reinigen? 
Basaltsplit – der günstige schwarze Aquariumkies
Soil – Aquarium Soil Bodengrund
Akadama im Aquarium benutzen
Der richtige Bodengrundaufbau im Nano Aquarium

Zwerggarnele auf Bodengrund aus Sand und Soil

Welchen Bodengrund für das Nano Aquarium?

Lavagestein oder Lavagranulat

  • pro: beliebt für Unterbauten 
  • pro: poröses Gestein dadurch gute Filtereigenschaften und Nährstoffaufnahme 
  • contra: nicht unbedingt als alleiniger Bodengrund geeignet
Bodengrundaufbau mit einer Unterschicht aus Lavagranulat.
Lavagestein in einem Nano Cube

Lavagestein hat sich bei vielen als Unterbau Substrat etabliert. Hier wird der grundlegende Bodengrundaufbau von dem Lavagranulat vorgegeben. Erst darüber schüttet man weitere Bodengrund Sorten. Lavagestein ist seit langen Bestandteil des Deko-Stein Sortiments und wird seit einiger Zeit auch speziell für das Aquascaping vertrieben.

Das Gestein eignet sich in seiner Granulat- bzw Bruchform gut als Unterbaumaterial, da es sehr porös ist und somit gute Filtereigenschaften aufweist. Durch die poröse Struktur können sich in dem Gestein wichtige Bakterien ansammeln und zusätzlich können Nährstoffe länger im Bodengrund gehalten werden. 

Lavagestein eignet sich nur bedingt als Bodengrund für Pflanzen mit feinen Wurzeln, da es in der vertriebenen Größe häufig zu grob ist um den Pflanzen entsprechenden Halt zu geben. Vor allem Aufsitzerpflanzen im Nanoaquarium profitieren beim aufbringen auf Lavagestein von der guten Nährstoffaufnahme des Gesteins. Lavagestein und Lavagranulat gibt es in unterschiedlichen Größen und Verpackungseinheiten im Zoofachhandel zu kaufen. 

Spartipp: Auch im Gartensortiment von Baumärkten findet man Lavagestein. Häufig in größeren Mengen ab 25kg aber trotzdem um einiges günstiger, als die abgepackten Säcke in der Aquarienabteilung. 


Aquariensand 

  • pro: günstiger Bodengrund 
  • pro: kommt in vielen natürlichen Flüssen und Seen als Bodengrund vor 
  • contra: kann sich verdichten

Sand kommt in vielen Flüssen und Seen vor und beschreibt ein Bodengranulat mit einer Körnung von unter 2mm. Im Fachhandel findet man Sand in den unterschiedlichsten Farben und Körnungen. Neben sehr natürlichen Sandfarben wie beige und braun gibt es auch schwarzen und sogar bunten Sand, von dem ich generell aber abrate. Sand speichert eher wenig Nährstoffe und bietet auch weniger Fläche für wichtige Bakterien die sich tief im Sand ansiedeln können, lässt sich aber trotzdem als Bodengrund für fast alle Pflanzen verwenden.

Durch lange Standzeiten im Aquarium oder eine zu feine Körnung kann sich der Aquariensand stark verdichten. Dies merkt man vor allem dann, wenn man im Bodengrund eine Zunahme von Grün- oder sogar Blaualgen feststellt. Häufig hilft hier dann nur noch eine sehr gründliche Reinigung des Aquariensandes oder ein kompletter Tausch des Bodengrundes, was grade bei dicht bepflanzten Becken ein Problem darstellt. 

Dadurch das die Oberfläche des Sandes weniger große Öffnungen hat, kann sich weniger Mulm im Bodengrund ansammeln. Dies führt zum einen dazu, dass weniger Zersetzungsprozesse im Bodengrund stattfinden können und zum anderen, dass sich nicht nur weniger Bakterien ansiedeln können, sie können sich auch nicht so tief im Aquariensand ansiedeln.

Durch die feine Körnung neigt ein Bodengrund aus Aquariensand zur Veränderung. Dies kann einerseits durch eine starke Strömung passieren oder beim Auffüllen von Neuwasser beim Wasserwechsel. Entsprechende Vorsicht hilft dabei, Veränderungen oder starke Verwirbelungen des Aquariensandes zu vermeiden.

Spartipp: Günstigen Aquariensand könnt ihr als Spielsand im Baumarkt kaufen. Dieser ist in der Regel nicht nur dermatologisch getestet, sondern verhält sich auch neutral den Wasserwerten gegenüber. 

Nano Aquarium mit LED Beleuchtung
Ein Nano Aquarium mit Sand und Soil als Bodengrund.


Aquarienkies Bodengrund 

  • pro: günstig 
  • contra: bietet mitunter wenig Anhaftungsfläche für Bakterien

Kies ist der am weit verbreiteste Bodengrund in der Aquaristik. Kies beschreibt dabei ein Bodengrund mit einer Körnung von mehr als 2mm. Am häufigsten kennt man Kies als Steinbruchstücke. Im Aquarienhandel wird Aquarienkies häufig abgerundet verkauft. Dadurch ist der Bodengrund unbedenklich für gründelnde Tiere geeignet. Kies gibt es, wie Sand, in jeder erdenklichen Farbe im Aquarienhandel zu kaufen. Auch hier gilt die Empfehlung keinen farbigen Kies zu kaufen, da dieser häufig beschichtet ist und somit keinen Mehrwert in eurem Becken bietet. 

Generell eignet sich Aquarienkies, der eine poröse Oberfläche hat und nicht zu grob gekörnt ist. So setzen sich wichtige Nährstoffe im Bodengrund ab und eine Durchflutung des Bodengrundmaterials ist gewährleistet. 

Wie Aquarienkies waschen? 

Hat man frischen Kies gekauft, ist es mitunter empfehlenswert, diesen zu waschen. Das ist ziemlich einfach und ihr braucht lediglich euren Kies, einen Eimer oder ein Sieb und Wasser. Habt ihr einen Eimer, füllt ihr diesen mit eurem Kies auf und lasst langsam Wasser in den Eimer fließen. Nach einiger Zeit ist der Kies sauber. Alternativ gebt ihr den Kies in ein Sieb und wascht ihn darin aus. 

Wie Aquarienkies reinigen? 

Wie beim Waschen des Kieses könnt ihr bereits verwendeten Kies ähnlich reinigen. Hier empfiehlt es sich jedoch ein gröberes Sieb um auch grobe Verschmutzungen im Bodengrund zu entfernen.  

Basaltsplit – der günstige schwarze Aquariumkies

Wer günstigen schwarzen Kies sucht, findet im Baumarkt sogenannten Basaltsplit. Dieser wird als Streugut oder Füllmaterial für Gehwege benutzt. Basaltsplit eignet sich dann, wenn in eurem Becken nur Tiere wie Garnelen oder Krebse und nicht gründelnden Fische gehalten werden sollen, da Basaltsplit in der Regel nicht abgerundet ist und somit scharfkantig sein kann. 

Aquarium Soil Bodengrund
Verschiedene Bodengrund Sorten

Soil – Aquarium Soil Bodengrund

  • pro: aktiver Bodengrund mit Nährstoffen versetzt 
  • pro: optimales Pflanzenwachstum
  • contra: teuer

Im Aquascaping und in der Garnelenzucht verwendet man gerne und häufig sogenanntes Soil, auch unter dem Namen Active Soil bekannt. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei Soil um einen aktiven Bodengrund, der die Wasserwerte und die Nährstoffe im Aquarium beeinflusst. In der Regel handelt es sich um ein Tonartiges Grundgemisch, welches zu Kies in einer gewissen Körnung verarbeitet wird. Anschließend werden dem Soil entsprechende Zusatzstoffe zugegeben, die im Aquarium langsam ans Wasser abgegeben werden. 

Damit lassen sich die optimalen Wasserwerte für Fischem, Garnelen und Pflanzen erzielen. Für unterschiedliche Verwendungszwecke gibt es hier „optimierte“ Soils. So kann man mittlerweile unterschiedliche Pflanzen Soils kaufen aber auch das Sortiment an Garnelen Soils ist ähnlich groß. Ein Vertreter dieser Bodengrundkategorie ist ADA aber auch viele andere Hersteller bieten mittlerweile nährstoffangereicherte Bodengründe an. Neben dem Soil Granulat gibt es auch sogenanntes Soil Powder, welches im Grunde das selbe Produkt nur in feinerer Körnung ist. 

In meinem Becken verwende ich Aquarium Soil als Bodengrund. Zum einen ermöglicht er ein einfaches Einbringen der Pflanzen und durch die langfristige Abgabe von Nährstoffen an das Wasser gewährleiste ich ein optimales Wachstum der Wasserpflanzen. 

Akadama im Aquarium benutzen

In der Bonsaizucht verwendet man ebenfalls aktiven Bodengrund. Der Bekannteste Vertreter ist hier Akadama welches im gut sortierten Fachhandel oder online zu kaufen. Ähnlich wie das in der Aquaristik zu kaufende Soil verändert Akadama ebenfalls die Wasserwerte und bietet damit einen etwas günstigere Alternative zu dem teilweise sehr teurem Soil.

Der richtige Bodengrundaufbau im Nano Aquarium

Nun habt ihr bereits die gängigsten Aquarium Bodengrund Typen kennengelernt aber damit ist das Thema noch nicht beendet. Für ein erfolgreiches Aquarium reicht nämlich nicht zwangsläufig ein einziges Substrat, sondern es empfiehlt sich in der Regel eine Mischung von unterschiedlichen Bodengrund Arten. 

Erfolgreich sind vor allem ein Material Mix aus Lavagestein und Aquarium Soil Bodengrund. Diese Mischung lässt sich durchaus auch noch mit feinem Sand erweitern, der Großteil sollte aber durch die beiden Hauptmaterialien Lavagestein und Aquarium Soil bestimmt sein. 

In der Regel ordnet man das Lavagestein oder das Untermaterial nach hinten ansteigend an um so mehr Tiefe im Aquarium zu erzeugen, allerdings sind dir in deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Darüber wird dann nochmal eine Schicht vom beispielsweise Soil gegeben und wer möchte kann nochmal feineres Powder Soil darüber streuen. 

Der Bodengrundaufbau kann natürlich auch anders angelegt werden zum Beispiel komplett aus Sand oder die Kombination aus Vulkangestein und Kies. Der weiter oben exemplarisch Genannte, ist der, mit dem ich die besten Erfahrungen gemacht habe.